Ausbildungsphilosophie

1. Grundsätze

 

Die größten Talente genießen unter der Anleitung der besten Trainer unter den bestmöglichen Trainingsbedingungen die beste Ausbildung!

 

  • Wir ermöglichen Kindern und Jugendlichen eine professionelle fußballerische Ausbildung und fördern die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen!

 

  • Im Mittelpunkt der Ausbildung steht der einzelne Spieler/die einzelne Spielerin. Seine/ihre individuelle Entwicklung ist das höchste Ziel und ist dem mannschaftlichen Erfolg übergeordnet. Die Spieler sollen den Sprung in eine nationale oder internationale Fußballakademie schaffen.

 

  • Durch gezieltes individuelles und mannschaftliches Training, sowie Spiele sollen alle GAK Juniors eine optimale Förderung erfahren. Ziel ist es, die Talente an ihr persönliches Leistungsoptimum zu führen.

 

  • Die Trainingssteuerung orientiert sich an den speziellen Bedürfnissen der 'stärksten' Spielern und Spielerinnen des jeweiligen Jahrgangs!

 

  • Ein wesentlicher Baustein des GAK Juniors Ausbildungskonzeptes ist die Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung hin zu einer leistungsorientierten und eigen-motivierten Einstellung zum Spiel- und Trainingsbetrieb, der Fähigkeit zur selbstkritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Person, der eigenen Leistungsbereitschaft und mit den Vorgaben des Betreuerteams sowie zu einer positiven und selbstbewussten Ausstrahlung und der Fähigkeit zum Miteinander (Teamgeist).

 

  • Der Trainer- und Betreuerstab bildet das Referenz-Team der GAK Juniors und dient als Vorbild für alle GAK-Juniors-Nachwuchsmannschaften!!!

 

 

1.1 Qualitätssicherung

  • Einheitliche und durchgängige GAK -Juniors Ausbildungsphilosophie
  • Engagierte und gut ausgebildete Kinder- und Jugendtrainer
  • notwendige Infrastruktur
  • sportmedizinische und sportwissenschaftliche Betreuung
  • Vereinskooperationen
  • Schulkooperationen

 

2. Administrativer und Organisatorischer Bereich

 

2.1 Mannschaftsgröße

Die angegebenen Zahlen stellen einen erfahrungsbasierten Richtwert dar. Es ist in jedem Fall darauf zu achten, dass der Kader leistungs - homogen gestaltet werden muss, um eine entsprechende Ausbildung  gewährleisten zu können. Hinsichtlich der spätgeborenen Kinder gilt es besondere – möglicherweise jahrgangsübergreifende – Lösungen zu finden!

              

2.1.1 FunKids

  • 4 - 6 Jahre
  • Talentesichtung (beschränkt auf ein Jahr)
  • können in die U7 übernommen werden

 

2.2 Bewerbe

Der Eingangsbereich (U7) spielt im ersten Halbjahr im U7-Bewerb. Danach muss überlegt werden, ob auch diese Mannschaft - so wie (fast) alle GAK-Juniors-Jugendmannschaften - gegen jahrgangsältere ihre Meisterschafts-Turniere spielt. Die GAK-Juniors sehen sich nicht verpflichtet in jedem Jahrgang im Kinderfußball mit einer Mannschaft am Turnier-System (Meisterschaftssystem) teilzunehmen.

 

 

 

2.3 Kooperationen

  • Coerver-Coaching Stmk
  • Nordisches Zentrum Graz
  • RBS
  • SC Bruck/Mur
  • GAK 1902
  • Admira Wacker

 

2.4 Trainingshäufigkeit

Die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche sollen ebenso nur ein Richtwert sein.

 

 

2.5 Rahmen-Trainingsplan

Für jede Kinder- und Jugendmannschaft des GAK gibt es einen Rahmentrainingsplan. Dieser steht dem jeweiligen Trainer als Planungshilfe zur Verfügung. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre, sollten einige Turniere einfach im Turnierplan der Jugendmannschaften aufscheinen und werden im gleichen Jahrgang gespielt. Die Trainer sind angewiesen an diesen teilzunehmen bzw. die Turniere werden automatisch gemeldet.

 

2.6 Überregionale Ausbildungsspiele

Überregionale Ausblidungsspiele (ÜRA) dienen der Leistungsüberprüfung auf höchstem Niveau und werden mit den jeweiligen Auswahlen (Leistungsprinzip!) gespielt!

  • Für U12, U13 und U14 Mannschaften
  • 3-4 pro Halbjahr

 

2.7 Blitzturnierserie

  • Einführung von Blitzturnierserien für einzelne Jahrgänge
  • Kontakte nach Slowenien, Kroatien, Italien, Deutschland nutzen

 

2.8 Scouting

Talentierte Spieler aus dem Großraum Graz sollen bereits in jungen Jahren zu den GAK-Juniors geholt werden. Bei der Sichtung soll besonderer Wert auf die körperlichen Voraussetzungen – Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination – das Spielverständnis, auf Persönlichkeitsmerkmale und das soziale Umfeld gelegt werden.

 

2.9 Sportwissenschaftliche Betreuung

  • Sportmotorische Tests sollen zweimal im Jahr stattfinden:
  • Schnelligkeit
  • Beweglichkeit und Gewandtheit
  • Koordination

 

2.10 Medizinische Betreuung

Zusammenarbeit mit lokalen sportmedizinischen und kinderheilkundlichen Einrichtungen: Mag. Bernd Wolf leitet die medizinische Betreuung unserer Spieler. Neben der Behandlung von Verletzungen steuert er das Rehab-Training gemeinsam mit Günther Redolfi. Außerdem legt er die Vorgaben für die Trainingssteuerung aufgrund der sportmotorischen Testbatterie fest.

 

3. Sportlicher Bereich

 

3.1. Ziele

 

3.1.1. Systematischer Leistungsaufbau

  •  Breite koordinative Grundausbildung
  • Umfassende Bewegungsschulung
  • Technisch-spielerische Vielseitigkeits-Schulung
  • Gesetzmäßige Abfolge der Leistungsvoraussetzung
  • Förderung der Persönlichkeit
  • Geduld und Zeit, Leidenschaft und Enthusiasmus

 

3.1.2. Altersgemäßer Leistungsaufbau

  • Psychomotorisches + physisches Können
  • Beachtung der verschiedenen altersbedingten Phasen der Kinder
  • Sportliche Vielseitigkeit als Grundlage
  • Leistungspotenzial durch dosierten Aufbau

 

3.1.3. Individueller Leistungsaufbau

  •  Ausprägung der psychomotorischen/psychischen Reife
  •  Beachtung der außersportlichen Situation
  • Leistungssteigerung durch Einzelgespräche
  • Differenzierung und Individualisierung im Training

 

3.2 Trainer bei den GAK Juniors zu sein heißt,

  • in einem Team zu arbeiten!
  • zielorientiert zum Wohle und für den Erfolg des Vereins zu arbeiten.
  • das Logo der GAK Juniors mit Stolz zu tragen und ein wichtiger Teil des Gesichtes des Vereins zu sein!
  • Ehrlichkeit, Fairness und Zuverlässigkeit vorzuleben.
  • dass sich Erfolg über die Qualität der Ausbildung des einzelnen Spielers/der einzelnen Spielerin definiert.
  • die Entwicklung des Talents im Mittelpunkt der täglichen Arbeit steht.
  • die Trainings systematisch und im Voraus zu planen! (Dokumentation, Monats- und Jahrespläne)
  • den Trainingsaufbau vor dem Trainingsbeginn/Aufwärmen zu absolvieren!
  • alle Spieler zu empfangen und zu verabschieden!
  • sich so zu verhalten, wie wir es uns von den Spielern und Spielerinnen erwarten!
  • ein positives, freundliches Arbeitsklima zu schaffen!
  • allen Spielern die gleichen Chancen zu bieten!
  • die eigene Arbeit selbst-kritisch zu hinterfragen!
  • im Detail und mit positiven Korrekturen zu arbeiten!
  • respektvoll mit den Kindern und Jugendlichen umzugehen!
  • Sich laufend weiterzubilden (Bücher, Zeitschriften, etc.) und an externen und internen Fortbildungen teilzunehmen!

 

3.3 Koordinations- und Schnelligkeitstraining

WICHTIG! Ist Baustein jeden Trainings und benötigt eine individuelle Planung!

 

3.4 Stabilisationstraining

  • Ganzkörper/Rumpfstabilisation
  • Hausaufgaben

 

3.5 Stationstraining

  • Mannschaftsübergreifendes Arbeiten in Kleingruppen
  • einmal wöchentlich
  • U8 + U9
  • U10 + U11
  • U12 + U13 + U14
  • U15 + U17

 

3.6 Individualtraining

Es stehen fünf Individualtrainer zur Verfügung. (Individualtaktik, Technikschulung, Koordination/Laufschule/Schnelligkeit) Gearbeitet wird in Kleinstgruppen. Die Trainingssteuerung erfolgt in Absprache mit dem Trainerteam der jeweiligen Mannschaften!

 

3.7 Tormanntrainings

  • Spielnahes und spezifisches Tormanntraining ab U10; davor Teil des Mannschaftstrainings.
  • Spielbeobachtung durch den Tormanntrainer.

 

3.8 Spezifische Talente Förderung

Nachdem die individuelle Entwicklung der einzelnen Spieler das höchste Ausbildungsziel darstellt, gilt es das Individualtraining und die Stationen Trainings dementsprechend zu gestalten. In Einzelfällen kann es auch Sinn machen, Talente vorübergehend oder dauerhaft in den nächsthöheren Jahrgang hinaufzuziehen.

 

3.9 Fußballspezifische Vorgaben

  • alle Spieler lernen und spielen alle Positionen …
  • Spiel aus der Abwehr (kein Auswerfen/-schießen)
  • Wenig Fixes / freies Spiel (gemeinsame Reflexion)
  • Ermöglichen von kreativen und individuellen Lösungen
  • einheitliche Spielanlage (siehe Schweiz/Belgien)

 

4. GAK Ausbildungskonzept

 

4.1 Grundausbildung (6-8 Jahre)

 

4.1.1 Ziele der Grundausbildung

Oberstes Ziel ist es, die Kinder an das Fußballspielen spielerisch heranzuführen, Freude an vielseitiger fußball-spezifischer und allgemeiner sportlicher Betätigung zu entwickeln und damit auch eine Alternative für eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzubieten. Deshalb soll die Einflussnahme des Trainers auf ein Minimum reduziert werden, um den Kindern möglichst viele Freiräume beim Finden von situationsspezifischen Lösungen zu bieten. Die Hauptformen des Übens und Trainierens der Sechs- bis Achtjährigen realisieren sich über das Fußballspiel auf dem Kleinfeld.

 

4.1.2 Hauptaufgaben der Grundausbildung

Vielseitige, allgemein-sportliche Aufgaben

Die vielseitige allgemein-sportliche Ausbildung dient vorrangig zur Entwicklung von koordinativen Fähigkeiten (Orientierungs-, Differenzierungs-, Reaktions-, Kopplungs-, Gleichgewichts- und Rhythmisierungsfähigkeit) und Bewegungserfahrung durch:

 

  • Übungen zur Schulung der Ball- und Bewegungskoordination
  • Übungen aus dem Handball und Basketball zur Schulung der Wahrnehmungsschnelligkeit
  • mit alter gemäßen Spielgeräten
  • kleine Spiele

Alle Übungen sind unter besonderer Beachtung der Schnelligkeitsaspektes durchzuführen!

 

4.1.3 Fußballspezifische Aufgaben

Im Mittelpunkt steht das Spielen, die Entwicklung des Ballgefühls und der Ball-Geschicklichkeit durch Technisch-koordinative Aufgaben.

Heranführen an Zweikampfaufgaben:

  • 1 gegen 1 auf ein und auf zwei Tore
  • Tore erzielen nach Einzelaktionen und durch Zusammenspiel
  • Freilaufen - Anbieten
  • Tore verhindern durch Angreifen des Gegenspielers und Zurückerobern des Balles
  • Entwickeln der Spielfähigkeit durch freie Fußballspiele (ohne Einfluss des Trainers) in kleinen Mannschaften bis zum 4 gegen 4.
  • jeder soll auf allen Positionen spielen
  • Vorbereiten und Durchführen von Kleinfeldspielen
  • Spielerisches Kennenlernen des Mindestregeln: Anstoß, Einwurf, Eckball, Freistoß, Strafstoß, Abstoß, Schiedsrichterball

 

4.1.4 Motivationsaufgaben

Durch ein altersgemäßes Training sind positive Einstellungen zum Fußball auszubilden,

insbesondere:

  • die Freude am Fußballspiel, vor allem durch Befriedigung des Spiel- und Bewegungsdrangs
  • der Lerneifer durch Schaffen einer abwechslungsreichen Trainingsatmosphäre

 

4.1.5 Soziale Aufgaben

  • Erleben  von Gemeinschaft
  • die Leistungen der Mitspieler und Gegenspieler respektieren und achten
  • Befolgen der Anordnungen von Trainer und Schiedsrichter

 

4.1.6 Belastungs- und Wettspielgestaltung

Wichtig für die Entwicklung ist, dass die vorgeschlagenen Trainingsumfänge und Trainingsinhalte eingehalten werden. Auf intensiv belastende Trainingseinheiten muss verzichtet werden. Im Training wird keine Periodisierung (keine Gliederung in Vorbereitungs-, Wettkampf-, Übergangsperiode) durchgeführt. Eine Dynamik in der Belastungsgestaltung wird über ein vielseitig abwechslungsreiches Training angestrebt. Wettspiele haben eindeutig den Charakter eines Trainings. Vorrangig geht es dabei um die gezielte Erfüllung von Ausbildungsaufgaben. Es sollen etwa 20 Wettspiele im Jahresverlauf durchgeführt werden, wobei die Turnierform bevorzugt werden sollte.

 

4.2 Grundlagentraining (9 bis 12 Jahre)

 

4.2.1 Ziele des Grundlagentrainings

Der Ball als Mittelpunkt – eine basisfunktionale Spielreife erlangen! Diese Spielreife soll durch sich ständig wiederholende Spielsituationen in Basisformen erlernt werden. Es können in diesem Stadium der Entwicklung alle Techniken durch das Spielen erlernt werden. Das Kind ist individuell veranlagt. Daher steht das Spielen mit dem Ball im Mittelpunkt!

 

4.2.2 Hauptaufgaben des Grundlagentrainings

  • Spielerische Fitnessschulung
  • Systematisches Techniktraining
  • Individual- und gruppentaktische Grundlagen
  • Fußballspiele mit Schwerpunkten und freie Spiele

 

4.2.3. Fußballspezifische Schwerpunkte:

  • Technik: Erlernen der Grundtechniken

            Dribbling, Stoßarten, Ballgefühl, Kopfballspiel

  • Taktik: Individualtaktik

            1:1 Situationen schaffen, wie verhalte ich mich in der Offensive und Defensive

  • Koordination: Erlernen der koordinativen Fähigkeiten

            Laufschule, Erlernen möglichst vieler verschiedener Bewegungsmuster

  • Kondition: Verbesserung der Schnelligkeit

            Verbesserung durch Sprünge, Antritte und Sprints über längere Distanzen bei max.

            Geschwindigkeit und vollständigen Pausen.

  • Spiel: Spiele mit Schwerpunkt aus dem Training!

 

4.2.4. Inhaltliche Leitsätze + Coaching:

  • Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination
  • Sicherheit und Kreativität am Ball
  • Fußballspielen lernen
  • Allgemeine Spielfähigkeit entwickeln
  • „Denke nach und entscheide“
  • „Zeige was du kannst und werde besser“
  • „Setz dich mit dem Ball durch!“ – „Hol ihn dir wieder“
  • „Beachte, dass du Mitspieler hast“

 

4.2.6 Soziale Aufgaben

  • Teamspirit – Übernahme von Verantwortung und Aufgaben!
  • Pünktlichkeit / Selbst-Disziplin!
  • Selbstständigkeit
  • Achtsamkeit im Umgang mit anderen und anderem!
  • Corporate Identity

 

4.2.7 Belastungs- und Wettkampfgestaltung

Im Grundlagentraining wird ebenfalls keine Periodisierung durchgeführt. Die Dynamik in der Belastungsgestaltung wird durch ein weiterhin vielseitiges und abwechslungsreiches Training erreicht. Der vorgeschlagene Trainingsumfang sowie die Anteiligkeit der Trainingsinhalte sollten eingehalten werden. Die Wettspiele sind unmittelbarer Bestandteil des Trainingsprogramms, das heißt, durch ihre Anwendung werden Ausbildungsaufgaben erfüllt. Im Jahresverlauf sind 24-26 Wettspiele vorgesehen.

 

4.3 Aufbautraining (13 bis 16 Jahre)

 

4.3.1 Ziele des Aufbautrainings

In dieser Phase soll nicht mehr das Spielobjekt „Ball“ im Mittelpunkt stehen. Die Ausbildung der individuellen technischen Fähigkeiten und Fertigkeiten gilt als Abgeschlossen. Die Spieler erfahren nun ein Training, das mit „das Spiel im Mittelpunkt“ skizziert werden kann. Damit soll primär ein intensives Lern- und Trainingsprozess angesteuert werden, der die Entwicklung des taktischen Verständnisses durch das Erkennen von Spielabsichten und durch allgemeine Ausgangspunkte in den Hauptmomenten Ballbesitz des Gegners und Ballbesitz der eigenen Mannschaft erweitert. Die Spielintelligenz nimmt daher einen besonderen Stellenwert ein und wird mit der positionsspezifischen Ausbildung gekoppelt. Die Ausbildung der basisfunktionalen Spielreife soll von gruppen- und mannschaftstaktischen Zielen abgelöst werden, wobei die technische Weiterentwicklung eine Verzahnung mit spieltaktischen und kommunikativen Elementen erfährt.

 

4.3.2 Hauptaufgaben

Vielseitige, allgemein-sportliche Aufgaben

Die vielseitige allgemein-sportliche Ausbildung dient weiterhin der Verbesserung von koordinativen Fähigkeiten sowie der Bewegungsschnelligkeit und der konditionellen Fähigkeiten (aerobe Ausdauer, Kraftausdauer und Schnellkraft). Entscheidend ist die Ausbildung der Belastungsverträglichkeit für künftig hohe Belastungen, insbesondere durch die Entwicklung von aerober Ausdauer und vielseitigen Kraftfähigkeiten, sowie von Beweglichkeit, vor allem durch:

 

  • Übungen zur Schulung der Ball- und Bewegungskoordination
  • Übungen aus dem Handball und Basketball
  • Gezielte, entwicklungsgemäße Kräftigung und Dehnung
  • Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit
  • Kleine Spiele
  • Übungen aus dem Kunst-Turnen
  • Übungen zur Verbesserung der Laufschnelligkeit (Laufschule, Sprint-ABC)
  • Übungen zur Verbesserung der Reaktivkraft
  • Übungen zur Entwicklung der Schnellkraft der Beine und der Arme

 

4.3.3 Fußballspezifische Aufgaben

Wesentlicher Schwerpunkt des Trainings ist die Ausbildung von Spielhandlungen. Damit sind Bewegungsabläufe gemeint, die eine bewusste Handlungsvorbereitung (kognitiv/ taktische Merkmale) und Handlungsdurchführung (technisch-konditionelle Merkmale) zeigen.

 

Merkmale der Handlungsvorbereitung:

  • Wahrnehmen der Spielsituation und ihrer Entwicklung
  • Antizipation des Gegner- und Mitspieler-Verhaltens
  • schnelles Entscheiden für die Anwendung eines situationsangepassten Bewegungsprogramms
  • Merkmale der Handlungsdurchführung
  • präzise, schnelle, situationsbezogene und mit dem richtigen Timing versehene Ausführung

 

Technische Ausbildung

  • Stabilisieren der Grundtechniken
  • Ballführen – Dribbeln
  • Zuspiel, Direktspiel
  • Ballannahme/-Mitnahme mit allen Körperteilen
  • Torschuss
  • bis 8 Ballfinten
  • Kopfball, Flugkopfball
  • Volleyschuss, Fallrückzieher

 

Technisch/taktische Ausbildung

Verbessern bisheriger und Vermitteln weiterer technisch-taktischer Verhaltensweisen.

1. Individuelles technisch-taktisches Verhalten

  • Angriffsphase
  1. Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Ballsicherung
  2. Fähigkeiten und Fertigkeiten beim Zweikampf, Verhalten beim Kampf um den freien Ball
  3. Durchbruchmöglichkeiten mit Abschluss
  4. Fähigkeiten und Fertigkeiten zur kreativen Durchführung von Spielhandlungen
  5. Formations- und positionsbedingtes Verhalten beim 11:11

 

  • Abwehrphase
  1. Verhalten beim Stellungsspiel und Decken
  2. Fähigkeiten und Fertigkeiten beim Zweikampf, Verhalten beim Kampf um den freien Ball
  3. Formations- und positionsbedingtes Verhalten beim 11:11

 

2. Technisch-taktisches Verhalten in der Gruppe

 

  • Angriffsphase
  1. Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Ballsicherung
  2. Lösungen beim Unterzahl- und Überzahlspiel
  3. Maßnahmen zum bewussten Herbeiführen von Überzahlsituationen
  4. Angriffsspiel vom Flügel und über die Flügel
  5. Angriffsspiel durch die Mitte
  6. Maßnahmen zum Freimachen von Räumen und Einnehmen freier Räume
  7. Maßnahmen zur Durchführen von Spielverlagerungen
  8. Verhaltensweisen für das Spiel gegen Abseits
  9. Durchführungsmöglichkeiten von Standardsituationen
  10. Förderung der Spezialisten

 

  • Abwehrphase
  1. Stellungsspiel innerhalb der Mann-im-Raum-Deckung
  2. Verhaltensweisen zum gegenseitigen Absichern
  3. Verhaltensweisen für die Übernahme/Übergabe
  4. Lösungen beim Überzahl- und Unterzahlspiel
  5. Verhaltensweisen für das Spiel auf Abseits
  6. Verhalten bei Standardsituationen des Gegners

 

3. Technisch-taktisches Verhalten in der Mannschaft

 

  • Angriffsphase
  1. Verbessern der kontinuierlichen Spielanlage
  2. Entwickeln des Konterspiels

 

  • Abwehrphase
  1. Verhalten der Abwehr innerhalb der Mann-im-Raum-Deckung
  2. Verhalten beim Pressing

 

  • Übergangsphasen
  1. Verhalten im Übergang Abwehr - Angriff/Angriff – Abwehr
  2. Umschalten

 

Taktische Ausbildung

  • Vermitteln von Kenntnissen über individual-, gruppen- und mannschaftstaktisches
  • Verhalten in Angriff und Abwehr
  • Vorbereiten und Durchführen von Großfeldspielen
  •  formationsspezifische Ausbildung auf der Grundlage der universellen Ausbildung
  • Übergang zur positionsspezifischen Ausbildung
  • Anwenden der Spielregeln für faires und erfolgreiches Spiel

 

Spezielle konditionelle Ausbildung

  • Schnelligkeit in der Handlungsausführung
  • Kraft für Zuspiel, Torschuss, Kopfball, Einwurf und Zweikampf
  • Ausdauer für die gesamte Spielzeit

 

4.3.4 Kognitive Aufgaben

  • Bewusst machen der Knotenpunkte der jeweils zu erlernenden Bewegungsabläufe
  • Vermitteln von Kenntnissen über die wesentlichen motorischen Fähigkeiten
  • Kenntnis der Spielregeln für das Spiel auf dem Großfeld
  • Vermitteln von Kenntnissen über sportgemäße Ernährung und Hygiene

 

4.3.5 Psychische Aufgaben

  • Fördern einer Selbstständigkeit
  • Entwicklung der Bereitschaft Lern- und Leistungswillen zu zeigen
  • Entwickeln eines richtigen Verhältnisses von Selbstbewusstsein und kritischer Beurteilung der eigenen Leistung
  • Entwickeln der Fähigkeit, Aggressivität zielführend einzusetzen
  • Entwickeln einer Konzentrationsbereitschaft
  • Entwickeln eines Durchsetzungsvermögens

 

4.3.6 Motivationsaufgaben

  • Fördern und Festigen der Bereitschaft regelmäßig am Training und an Wettspielen teilzunehmen durch erlebnisreiche Trainingsgestaltung und Arbeit mit dem Vorbild
  • Ermutigen zur Kreativität
  • Bewusst machen der notwendigen Einheit von sportlicher Entwicklung und schulischen bzw.  beruflicher Ausbildung

 

4.3.7 Soziale Aufgaben

  • Entwickeln und Festigen von Normen moralischen Verhaltens entsprechend dem Fair Play Gedanken
  • Entwickeln von Fähigkeiten zur Kommunikation und Kooperation innerhalb der Mannschaft
  • Erziehen zum respektvollen Umgang mit Trainern, Mitspielern, Betreuern und Funktionären
  • Entwickeln eines disziplinären Verhaltens gegenüber Schiedsrichtern
  • Entwickeln und Festigen der Identifikation mit Mannschaft und Verein
  • Fördern von Pünktlichkeit und Ordnung
  • Erziehen zum verantwortungsvollen Umgang mit den Sportutensilien
  • Bewusst machen der Notwendigkeit eines sportlichen Lebenswandels

 

4.3.8 Belastungs- und Wettkampfgestaltung

Im Aufbautraining werden Punktspiele auf regionaler, Landes- und Bundesebene durchgeführt. Trotz der höheren Bedeutung des Wettspiels in dieser Trainingsetappe muss der Gedanke des vorrangig ausbildungs- und nicht ergebnisorientierten Trainings im Mittelpunkt stehen. Das bedeutet, dass auch im Aufbautraining noch keine Periodisierung durchgeführt wird. Eine Dynamik in der Belastungsgestaltung wird durch wechselnde und unterschiedlich intensiv belastende Trainingsinhalte erreicht. Die Wettspiele dienen zur Umsetzung von Ausbildungsaufgaben. Im Jahresverlauf sollten in der U14 nicht mehr als 30 Wettspiele durchgeführt werden.

 

5. ab U17 … (KM)

„das Spiel ist das Ziel“. Ergebnisse und Tabellenplatzierungen erhalten in dieser Phase eine immer größere Bedeutung. Der Mannschaftserfolg steht im Vordergrund und die Aufgaben im Positionsspiel sollen in dieser Entwicklungsphase optimiert werden. Im Trainingsprozess rücken daher die Positionsspiele in den Vordergrund der Ausbildung. Daneben bildet sich in dieser Phase das gegenseitige Wettkampfcoaching!

 

 

 

Eine Mannschaft ist in erster Linie eine Idee!

-Harald Letnik

 

1. Der Trainer sieht sich als Dienstleister seines Teams, der verschiedene und optimierte

Lösungen für ein Problem anbietet. Welche das Team dann konkret wählt, überlässt er der

Situation und der Mannschaft.

2. Spieler müssen Frust und Freude teilen und stolz darauf sein, Mitglied dieser Mannschaft zu sein.

3. Es können alle mal einen schlechten Tag haben und nicht gut spielen, aber alle müssen immer Leidenschaft investieren und um jeden Ball kämpfen, als wäre es der Letzte!

4. Fußball ist eine Frage der Verwaltung von Räumen. Der Gegner lässt immer einen Raum frei, mit nur elf Spielern auf dem Platz ist das unvermeidlich. Und diesen Raum gilt es zu entdecken.

5. Die spielerische Kunst bestimmt die Attraktivität eines Clubs, der eigene Stil.

6. Aber wer nicht nur Spiele, sondern auch die Herzen der Fans gewinnen will, muss auf dem

Platz die Initiative ergreifen, sein Talent am Ball zeigen und seine Philosophie des Spieles

dem Gegner aufzwingen.

7. Dem Ballbesitz von Anfang an allerhöchste Priorität einzuräumen ist also so etwas wie das

taktische Manifest eines Teams, welches die Hoheit über den Ball zu seinen Grundfesten

erklärt hat.

8. Verteidigen um spielen zu können – spielen nicht um zu verteidigen!

9. Vorwiegend im gegnerischen Feld spielen!

10. Grundsätzlich strebt das System immer eine 3:2 Überlegenheit an. In jeder Phase des Spieles, in jeder Zone des Platzes.

11. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer nummerischen Überlegenheit im Mittelfeld.

12. Kurze Laufwege und personelle Überzahl in Ball Nähe

13. Wer erobert den Ball zurück? ALLE

14. Wer spielt den Ball bei Besitz? ALLE

14. Balleroberung so früh wie möglich. Den Gegner erst gar nicht ins Spiel kommen lassen!

15. Das Spiel so weit wie möglich vom eigenen Tor weghalten. Deshalb beginnt die Defensive in dem Moment, indem der Ball verloren ist und sei es im gegnerischen Strafraum.

16. Egal, wo der Gegner den Ball hat, das Ziel heißt sofort den Ballbesitz wieder zu erlangen. Und zwar von dem Spieler, der am nächsten steht.

17. „DU DARFST NIE DEN BALL VERLIEREN“!

18. Wenn du den Ball hast, kann ihn der Gegner nicht haben.

19. Das Credo dabei ist eindeutig: Je seltener du den Ball verlierst, desto weniger Energie musst du aufbieten, um ihn zurück zu holen.

20. Das wichtigste am Fußball überhaupt ist der Pass!

21. Zum Ballbesitz gehört der präzise schnelle Pass!

22. Jeder Spieler muss immer zwei Optionen haben, wohin er den Ball spielt. Und er soll ihn nur so kurz wie möglichst in Besitz haben, um das Spiel schnell zu machen!

23. Wer schnell passt, verliert nie den Ball.

24. Exakte Zuspiele und viel Ballbesitz gelingen dann besser, wenn man in der Nähe des Balls immer mehr Spieler hat als der Gegner.

25. In den Lehrbüchern sind viele Möglichkeiten der Spieleröffnung beschrieben. Letztendlich entscheidet aber die Aufstellung des Gegners in der Defensive über die Art, wie der Ball ins Spiel gebracht wird. Den Spielern Möglichkeiten des „Herausspielens“ zeigen und sie selbst entscheiden lassen!

26. Der Torwart muss sich vor allem um die richtige Spieleröffnung kümmern.

27. Die Innenverteidiger sind ständig bemüht, in der Vorwärtsbewegung zu bleiben, den Raum zum Mittelfeld klein zu halten und den nächsten Pass des Gegners zu antizipieren, um früh stören zu können.

 

„Die einzige Möglichkeit, Risiken im Fußball zu vermeiden,

besteht darin, nicht zu spielen!“

-César Luis Menotti